Sardinien 2004


Am Freitag, den 20.8.04 starteten wir von München nach Livorno um mit der Fähre Moby Lines "Rider" nach Olbia/Sardinien zu fahren.
Nach 12 Stunden Überfahrt kamen wir um 9.00 Uhr in Olbia auf Sardinien an, unser Ziel war der C.P. Selema in St. Luccia südlich von Siniscola an der Ostküste Sardiniens.
Dort verbrachten wir den ersten Tag, am weißen Sandstrand mit türkisem Wasser.
Unser erster Ausflug ging über die S.S.131 nach Nuoro. Dort fuhren wir auf den 995m hohen Monte Ortobene, auf dessen Gipfel sich das denkbar schönste Panorama über Nuoro und Umgebung bietet.
Die Aussichtsplattform wird seit 1901 von der 7m hohen Bronzestatue des Redentore beherrscht. Sie weist mit Ihrer Linken in den Himmel und mit der Rechten auf das rund 400m darunterliegende Nuoro
Von hier aus fuhren wir wieder Richtung Küste nach Cala Ganone. Dort wollten wir zu der nahegelegenen Grotto del Blue Marino, die man nur per Boot erreichen kann.
Die Tropfsteinhöhle besteht aus einem verzweigten Gangsystem. Der Eingang liegt unter einem 30m hohen Felsüberhang.
Auf dem halbstündigen Spaziergang kommt man an einem 1km langen unterirdischen Salzsee vorbei, an dessen Ende sich das Salzwasser mit dem eines Süßwassersees vermischt. Hier sollen noch bis 1980 Meeresrobben ihre Jungen zur Welt gebracht haben. Von deren italienischen Namen - im Dialekt Blue Marino - hat die Grotte ihren Namen.
Unser nächstes Ziel an der Ostküste war das Nuraghendorf Serra Orries. Von Dorgali kommend fährt man Richtung Oliena und zweigt rechts auf die Straße Richtung Lula ab. Es ist verhältnismäßig gut beschildert. Das Dorf entstand im 15-17 Jhrd. vor Chr.
Auf dem 6ha großen Gebiet fand man Überreste von mehr als hundert Steinhütten, zwei Megaronen-Tempeln und rechteckige Hallen mit Mauerzungen. Gleich am Eingang des Nuraghendorfes steht eine noch zur Hälfte erhaltene runde Schutzmauer.Rechts daneben sieht man einen Megaron-Tempel.
Wenn man weitergeht betritt man ein größeres, fast kreisförmiges Wohnzentrum, mit mehreren Rundhütten, wobei ein Raum ca.3x2m groß war.
Ein paar Meter weiter befindet sich eine Zisterne, in der Regenwasser gesammelt wurde.
Weiter ging es Richtung Norden, man kreuzt die S.S.129. Nach 4km erreicht man an einen kleinen Parkplatz, rechts neben der Straße. Von dort aus sind es dann 300-400m zu dem Gigantengrab Sa Ena é Thomes. Das Gigantengrab ist ca. 3,65m hoch. Dahinter öffnet sich das 11m lange Gemeinschaftsgrab.
Weiter ging es dann bei 38° Celsius nach Caletha, das vom Monte Tuttavista überragt wird. Dort wollten wir uns die Felsdurchlöcherung Sa Pedra Istampada anschauen ( Die Straße zum Gipfel ist nur mit dem PKW zu befahren !!!). Wir schlängelten uns erstmal durch die Gässchen der Altstadt bevor wir die ca.10km Serpentinen zurücklegen konnten ( Nichts für Leute mit schwachen Nerven ). Die letzten 400m muss man zu Fuß gehen, bis man vor dem 30m hohen Loch steht. Danach ging´s mit einem kleinen Badestopp zu unserem C.P.
Am nächsten Tag fuhren wir an die Westküste Sardiniens, nach Alghero, auf den C.P. Mariposa.
An unserem Ankunftstag besichtigten wir noch die ganz in der Nähe liegenden Anghelu Ruju, das sind 5000 Jahre alte Felsengräber ( im Volksmund "Feenhäuser" genannt, weil diese Häuser der Toten, die Wohnstätten der Lebenden nachahmten ).
und die Stadt Alghero. wo wir uns u.a. den Rundbogen Porta a Mare, die alte Festungsmauer, die Kathedrahle Santa Maria und den Hafen angeschaut haben.
Bereits am nächsten Tag um 9°° Uhr fuhren wir weiter zur 24km entfernten Grotta di Nettuno ( dt.:Neptunsgrotte )
Nachdem man die 654 Stufen auf der Escala del Gabriel ( dt.: Rehtreppe ) hinuntergestiegen ist, erwarten einen beeindruckende Stalaktitenwälder sowie fantasieanregende Gebilde, wie z.B. ein Buddha und ein Weihnachtsbaum.
Da es an diesem Tag sehr hohen Seegang hatte, wurde man nur schubweise in die Grotte gelassen, da der Eingang immer wieder von einzelnen Wellen überspült wurde. Die Grotte kann man während einer 1stündigen Führung besichtigen ( jeweils zur vollen Stunde ).
Danach sind wir die Küstenstaße zum 48km entfernten Bosa gefahren. Auf der wir immer wieder Fotostopps einlegten, da das Panorama auf dieser Felsenküste einmalig ist.
Bosa ist ein zauberhaftes Städtchen mit Wallfahrtskirchen, Castell und Badestrand, in der Bucht von Bosa Marina.
Der feine dunkelbraune Sandstrand wird auf einer Seite von einem Steg mit vorgelagerten dicken Felsen begrenzt, an denen sich die riesigen Wellen brechen.
Der Campingplatz Mariposa bietet für Wohnmobile und Wohnwagen nur wenig Stellplätze, die teilweise nur am Kiesweg liegen und daher für einen längeren Aufenthalt nicht empfehlenswert sind .
Deshalb fuhren wir nach 2 Tagen weiter, zum 92km entfernten C.P. International Valledoria. Auf diesem C.P. wird man mit dem Elektroauto über den Platz gefahren, um sich seinen Stellplatz auszusuchen.
Wir hatten das Glück einen Traumplatz zwischen den Dünen, direkt am Meer zu bekommen. Das Wasser war auch hier sehr klar und türkis. Hier genossen wir erstmal Sonne, Strand und Meer.
In dem nahegelegenem Castelsardo, dass auf einer vulkanischen Landspitze drohnt, hat auf seinem 115m hohen Gipfel, eine malerische Festung.
Auf der Südseite schmiegen sich die kleinen weißen Häuser der Altstadt, in den Schutz der Burgmauern.
Darunter durch lange Molen geschützt, liegt der moderne Hafen. Vom Castell aus kann man von Capo Fallone bis zum Capo Testo und häufig sogar bis zur 11 km entfernten Nachbarinsel Korsika hinüber blicken.
Das Castell wurde in den 90ziger Jahren restauriert und mit einem kleinen Museum bereichert, in dem man alles über die in Castelsardo traditionelle Arbeit des Korbflechtens erfahren kann.
Fast obligatorisch ist 5 km südöstlich von Castelsardo an der Kreuzung der S.S. 134 und der S.S. 200 ein Foto-Stopp bei dem Elefantenfelsen ( Roccia dell´Elfante ). Wind & Wetter gaben dem Felsen die Form eines Elefanten. Auch den Nuragahen, war der einsam aufragende Fels aufgefallen und sie durchlöcherten ihn geradezu mit vielen kleinen Nischen, für die Aschenurnen ihrer Toten.
Das kleine Dorf Isola Rossa, das wir im Anschluss noch besuchten, liegt am Fuße eines beeindruckenden Wachturmes aus dem 16Jhd. Die Berge, in deren rosafarbenen Felsen der Wind fantastische Formen hinterlassen hat, neigen sich dem Meer zu. Das Dorf ist keine Insel (=itl. Isolo ) erhielt seinen Namen ( rote Insel ) jedoch nach der kleinen rötlichen Insel in der Bucht.
Die Woche in Valledoria verging sehr schnell und der Tag der Abreise kam. Wir packten unseren Wohnwagen und mussten nun die Sandstrasse durch die Dünen hinauf zum C.P. fahren. Die enge und relativ steile Kurve war mit Stahlschienen befestigt, um das Einsinken der Fahrzeuge etwas zu verhindern. Als wir mit dem Vorderreifen des Autos, die Steigung schon fast geschafft hatten, drehten plötzlich die Reifen durch und rutschten dabei von der Schiene. Nun erwies sich jeder Versuch weiterzukommen als Fehlschlag, weil zu diesem Zeitpunkt schon der Vorderreifen ein 30cm langen Riss ( Stahlschiene!! ) hatte. Ende der Geschichte war: ein Reifen im Eimer und der Wohnwagen musste von einem Traktor hochgezogen werden. Das war der Preis von einer Woche Camping zwischen den Dünen.
aus technischen Gründen gibt es hier kein Bild!!
Der nächste C.P. war der Isuledda in Cannigionne ( 30km nördlich von Olbia ). Dort ruhten wir uns den restlichen Tag aus.
Am nächsten Tag besuchten wir Capo Tessa, wo der Wind und das Wasser natürliche Skulpturen erschaffen haben. Diese Skulpturen sollen den Bildhauer Henry Moore ( 1898 - 1986 ) inspiriert haben. Je nach Fantasie kann man Gesichter, Vögel ,Saurier und vieles mehr erkennen.
Nach einen weiteren Badetag besichtigen wir die Costa Smeralda ( =Smaragdküste ) die bis in die 60ziger Jahre völlig unentdeckt war. Ihr klares, türkises Wasser begeistert stets aufs Neue.
Nun hatten wir nur noch einen Tag ehe wir zusammen packen mussten um in Olbia unsere Fähre zu erreichen.
Die Fähre startete um 20.00 Uhr in Olbia und kam nach 12h in Livorno an. Nun hatten wir noch 750km bis wir wieder wohlbehalten in München ankamen

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